Technik

HIV-positiver Mann

1992 wurden die ersten Schwangerschaften bei serodiskordanten Paaren veröffentlicht (HIV-positiver Mann/HIV-negative Frau). Heute findet das Protokoll im Fall eines seropositiven Mannes in verschiedenen Kliniken für assistierte Reproduktion in Katalonien Anwendung, in denen mehr als 1000 Zyklen durchgeführt wurden, ohne dass es bislang zu einem Fall von Serokonversion von HIV auf die Frau oder das Neugeborene gekommen wäre.

Mit dem Protokoll, das für die Aufbereitung der Samenproben verwendet wird, soll die Präsenz des Virus wesentlich reduziert werden, da mit Hilfe dieser Technik die hauptsächlichen Fraktionen mit nachweislicher Viruspräsenz wie das Seminalplasma, Fremdzellen und unbewegliche Spermatozoen beseitigt werden.

Bei diesem Protokoll handelt es sich um ein sicheres, effizientes und reproduzierbares Verfahren, wobei man bedenken muss, dass mit dieser Technik in erster Linie nicht das vollständige Verschwinden des Risikos sondern nur dessen Minderung bei dem Wunsch nach einer Schwangerschaft erreicht wird.

Das Paar muss in diesem Fall die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • Der PCR-Test nach der „Wäsche“ der Samenprobe muss negativ sein, damit sie für eine IUI oder IVF/ICSI verwendet werden kann.
  • Die Patientin muss einen PCR-Bluttest auf HIV-1 durchführen lassen, um auf diese Weise ihre Seronegativität vor Beginn des Zyklus zu überprüfen.
  • Beide Partner müssen eine Einverständniserklärung unterzeichnen, in der die möglichen Risiken beim Einsatz dieser Techniken aufgeführt werden.

Die eingesetzte Technik zur Minimierung des Risikos für eine HIV-Transmission besteht in wiederholten Wäschen der Samenprobe (per Dichtegradientenzentrifugation gefolgt von zwei Wäschen und Swim-up). Für die Durchführung dieser Technik wird Sperma verwendet, das durch Masturbation gewonnen wurde.

Die endgültige Probe wird in zwei Teile geteilt. Ein Teil wird für die Untersuchungen per doppeltem PCR-Test (DNA und RNA) verwendet, die Aufschluss über die virale Belastung der Probe geben. Ist das Ergebnis bekannt und die Negativität bestätigt, wird der andere Teil der Probe für die Durchführung der entsprechenden assistierten Reproduktionstechnik verwendet.

Seropositive Frau

Im Allgemeinen hat sich die vertikale Transmissionsrate von der Mutter auf das Kind mit einem HI-Virus um 20 % auf 1 % verringert. Das hat dazu geführt, dass sich mehr seropositive Frauen den Kinderwunsch erfüllen möchten.

Es wurden verschiedene Studien über Schwangerschaften von seropositiven Frauen veröffentlicht, bei denen assistierte Reproduktionstechniken eingesetzt wurden und keine vertikale Transmission eingetreten ist.. In diesen Fällen ist eine entsprechende Kontrolle der Schwangerschaft allerdings von wesentlicher Bedeutung, um das Risiko zu senken. 

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