Reproduktion bei HIV-serodiskordanten Paaren

Einführung

Die erhöhte Inzidenz von HIV bei Patienten im fruchtbaren Alter bei gleichzeitig steigender Lebenserwartung und –qualität durch die Einführung der hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART) hat dazu geführt, dass immer mehr Paare, bei denen nur ein Partner seropositiv ist (serodiskordante Paare), Kinder haben möchten.

Bevor eines dieser Verfahren eingeleitet wird, müssen die Paare unmissverständlich und umfassend über die verfügbaren Alternativen informiert werden. Dabei müssen ihnen die Vorteile und Risiken in Verbindung mit jeder möglichen Technik zur Herbeiführung einer Schwangerschaft erklärt werden.

In unserem reproduktionsmedizinischen Dienst haben wir ein Protokoll entwickelt, das von serodiskordanten Paaren einzuhalten ist. Dieses Protokoll wurde vom Gesundheitsamt Katalonien (Departament de Sanitat de la Generalitat de Catalunya) und der Ethikkommission des USP (Institut Universitari Dexeus) genehmigt.

Nach diesem Protokoll müssen wir vor Beginn irgendeiner Technik über die geeignete Auskunft hinsichtlich des Allgemeinzustandes des Paares verfügen. Dazu gehören der aktuelle und Entwicklungsstatus von beiden im Hinblick auf HIV, sonstige sexuell übertragbaren Infektionen, die immunologische Entwicklung und virale Belastung, falls eine HIV-Infektion vorliegt, die Behandlungsvorgeschichte usw. Außerdem muss das Reproduktionspotenzial jedes Einzelnen beurteilt werden.

Neben speziellen Protokollen müssen die Spezialistenteams, von denen diese Technik durchgeführt wird, über ein dafür geeignetes Labor verfügen, damit der Schutz des Laborpersonals und der in diesen Verfahren verwendeten Proben sichergestellt ist.

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