Samenprobe

Am Tag vor der Extraktion der Eizellen erklärt der Gynäkologe dem Paar die Einzelheiten über die Gewinnung des Samens und gibt Anweisungen, wie, wann und wo die Probe abzuliefern ist.

Die Samenprobe, die für die Insemination der Eizellen verwendet wird, wird am Tag der Follikelpunktion genommen. Nur in Ausnahmefällen wird am gleichen Tag um mehr als eine Samenprobe gebeten, um die Spermatozoen besser selektieren zu können. Wenn wegen außergewöhnlicher Gründe vorauszusehen ist, dass der Mann am Tag der Insemination keine Samenprobe abgeben kann, ist es ratsam, dies dem Gynäkologen mitzuteilen, um die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, vor dem IVF-Zyklus eine Samenprobe einzufrieren.

Der Prozess des Einfrierens und Auftauens könnte die Lebensfähigkeit einiger Spermatozoen beeinträchtigen. Deshalb empfiehlt sich die Kryokonservierung von Samenproben, die eine schwerwiegende Oligoasthenozoospermie aufweisen, nicht. Das Einfrieren muss, mindestens 3 bis 5 Tage vor der Extraktion der Eizellen erfolgen und zur Vermeidung einer Kontamination der Probe müssen vorher prophylaktisch Antibiotika verabreicht worden sein.

Für die Gewinnung der Probe gelten die folgenden Regeln:

  • 3-5 Tage vor der Gewinnung der Probe sexuelle Abstinenz.
  • Antibiotika-Prophylaxe zur Vermeidung einer möglichen Kontamination der Probe.
  • Der Samen muss unter Einhaltung der entsprechenden Hygiene durch Masturbation gewonnen werden.
  • Die Samenprobe muss in einen sterilen Becher mit breiter Öffnung gegeben werden, den der Mann vorher bekommen oder in der Apotheke gekauft hat (wie die Becher für Urinuntersuchungen). Auf dem Becher muss ordnungsgemäß der Name, die Tage der Abstinenz und die Uhrzeit der Gewinnung angegeben werden.
  • Es ist wichtig, das gesamte Ejakulat zu sammeln, ohne dass ein Teil des Samens verloren geht.
  • Die Probe kann auch in der Klinik genommen werden, hier gibt es speziell dafür eingerichtete Räumlichkeiten. Wenn die Probe außerhalb der Klinik gewonnen wird, muss sie spätestens eine Stunde danach im Andrologielabor abgegeben werden.
  • Bei der Abgabe der Probe muss angegeben werden, welche Medikamente eingenommen werden und ob man einen fieberhaften Infekt hatte.

Ist die Probe im Labor angekommen, wird sie für die Selektion der Spermatozoen mit der größten Motilität aufbereitet. Die in einer Samenprobe vorhandenen Spermatozoen besitzen nicht per se die Fähigkeit, die Eizelle zu befruchten. Die physiologischen Veränderungen, die die Spermatozoen durchmachen, bevor sie befruchtungsfähig werden, nennt man KAPAZITATION.
Die In-vivo-Kapazitation der Spermien findet im Reproduktionstrakt der Frau statt. In-vitro kann der Prozess im Labor durchgeführt werden, wobei Techniken der Samenwäsche und Dichtegradienten eingesetzt werden.

Bei der Aufbereitung des Samens im Labor vor der Insemination der Eizellen werden zwei Ziele verfolgt:

  • Samenwäsche: Eliminierung des Samenplasmas, der unbeweglichen Spermatozoen, der Spermatozoen mit geringer Motilität und sonstigen Zellen, die keine Samenzellen darstellen.
  • Dichtegradient: Selektion der Spermatozoen mit der größten Motilität.

Two main objectives of semen processing in the laboratory before insemination of the oocytes

Es muss betont werden, dass die Konzentration und die Motilität der Spermatozoen, die am Ende der Aufbereitung erreicht werden, von der ursprünglichen Qualität der Probe abhängen.

Samenbank

Die Proben von Samenspendern des reproduktionsmedizinischen Dienstes der Abteilung Frauengesundheit Dexeus stammen von zuverlässigen externen Banken, mit denen eine Kollaborationsvereinbarung besteht (Androgen SL; Sabater Tobella Análisis SA).

Die Kandidaten für eine Samenspende werden einer gründlichen Untersuchung unterzogen, um eine mögliche Übertragung von Krankheiten auf die Nachkommen auszuschließen. Dazu gehören neben der Untersuchung des Samens (Spermiogramm) eine genetische Untersuchung (Karyotyp) und eine Untersuchung auf Infektionskrankheiten (Hepatitis, Syphilis, AIDS...).

Die Auswahl der Samenspender erfolgt in Übereinstimmung mit den phänotypischen und immunologischen Eigenschaften der Empfängerfrauen (Blutgruppe und Rhesusfaktor, Gewicht, Größe, Augen- und Haarfarbe usw.)

Die Daten des Spenders und der Empfängerfrau werden im Zentrum streng anonym gehalten.

Mikroaspiration von Spermien / Hodenbiopsie

Liegt eine Azoospermie (Obstruktion oder Sekret) vor, bei der keine Spermatozoen im Ejakulat zu finden sind, jedoch noch eine Produktion von Spermatozoen in den Hoden stattfindet, können diese durch einen einfachen chirurgischen Eingriff extrahiert werden.

Am gleichen Tag der Follikelpunktion führt der Androloge im OP unter Lokalanästhesie eine perkutane Spermienaspiration aus dem Hoden (TESA) oder falls erforderlich eine Hodenbiopsie (TESE) durch. Die gewonnene Flüssigkeit bzw. das gewonnene Gewebe wird mit einem geeigneten Waschmedium in ein Röhrchen gegeben und umgehend ins IVF-Labor gebracht, wo der Embryologe die in der Probe befindlichen Spermatozoen gewinnt.

Es kann vorkommen, dass in einer Probe, die durch eine Spermienaspiration oder Hodenbiopsie gewonnen wurde, keine für die Befruchtung geeigneten Spermatozoen vorliegen. 

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