Die Forschung an menschlichen Embryonen ist auch in Spanien erlaubt | RTVE.es

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02/02/16

Dexeus - Die Forschung an menschlichen Embryonen ist auch in Spanien erlaubt | RTVE.es

Die Forschung an menschlichen Embryonen ist seit 2003 auch in Spanien erlaubt. Dies erfordert jedoch, dass ein Projekt von der Nationalen Kommission für assistierte Reproduktion genehmigt und von einem qualifizierten Team und unter Kontrolle durchgeführt wird. Außerdem müssen die Eltern ihre Einwilligung dazu geben.

So lautet die Erklärung der Embryologinnen Anna Veiga und Montse Boada der Abteilung für Reproduktionsmedizin bei Frauengesundheit Dexeus angesichts der Nachricht, dass im Vereinigten Königreich die Genehmigung zur genetischen Modifizierung von menschlichen Embryonen zu Forschungszwecken erteilt wurde. Laut den Ärztinnen von Frauengesundheit Dexeus, ist gemäß der aktuellen spanischen Gesetzgebung zu assistierten Reproduktionstechniken (Gesetz 14/2006) lediglich die In-vitro-Entwicklung bis zum 14. Tag gestattet.

Die meisten Forschungsprojekte gehen nicht über den 5.-7. Tag hinaus, an dem der menschliche Embryo das Blastozystenstadium erreicht. Dieses geht dem Stadium voraus, das zur Implantation in den Uterus erforderlich ist. Diese Forschungen dienen zudem ausschließlich wissenschaftlichen Zwecken, die modifizierten Embryonen werden jedoch keinesfalls zu Reproduktionszwecken implantiert.

Laut Frauengesundheit Dexeus erlaubt der aktuelle juristische Rahmen lediglich Forschungen an menschlichen Embryonen zu therapeutischen Zwecken, wenn es eine angemessene, erwiesene Garantie gibt, dass auf diese Weise die Übertragung einer Krankheit verhindert werden kann und sie im Anschluss an ein befürwortendes Gutachten der Nationalen Kommission für assistierte Reproduktion von der zuständigen Gesundheitsbehörde genehmigt wurden.

GERINGE REPRODUKTIVITÄTSEFFEKTIVITÄT DES MENSCHEN

Den Embryologinnen Anna Veiga und Montse Boada zufolge „besitzt die menschliche Spezies im Vergleich zu anderen Spezies eine geringe Reproduktionseffektivität. Studien über die Anfangsphasen der embryonalen Entwicklung und der Implantation in den Uterus sind von entscheidender Bedeutung für ein besseres Verständnis des menschlichen Reproduktionsprozesses sowie für die Optimierung der Techniken der assistierten Reproduktion“.

Des Weiteren heben sie hervor, dass diese Forschungen nicht durch andere Studien, die an Tieren durchgeführt werden, ersetzt werden können, da jede Spezies eigene Eigenschaften besitzt, die sie von anderen unterscheidet, unter anderem hinsichtlich der Chromosomenzahl der Zellen.

„Die menschliche Spezies besitzt 46 Chromosomen, während es etwa bei der Maus 40, beim Pferd 64 und beim Schmetterling 380 sind. Es gibt zwar beim Vergleich der Genome der unterschiedlichen Spezies einige Fragmente mit einer Übereinstimmung von 100 %, die Unterschiede sind jedoch entscheidend“, so die Spezialistinnen.

EMBRYONENSPENDE

Wenn die Frauen bereits ihren Kinderwunsch verwirklicht haben und noch kryokonservierte Embryonen übrig sind, oder wenn aufgrund des Alters, einer Krankheit, Scheidung usw. diese Embryonen nicht mehr für die eigene Reproduktion verwendet werden, ist den Embryologinnen zufolge die Spende dieser Embryonen, die nun keinen reproduktiven Zweck mehr für die Wissenschaft erfüllen, einer Vernichtung vorzuziehen.

Die Spende an Dritte für deren Reproduktion ist eine weitere Alternative, obwohl diese in vielen Fällen nicht möglich ist, da die medizinisch-rechtlichen Kriterien für die Spender nicht erfüllt sind, so erklärten die Embryologinnen.

 

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