Bis zu welchem Alter kann eine Frau ihre eigenen Eizellen verwenden?

Bis zu welchem Alter kann eine Frau ihre eigenen Eizellen verwenden?

16.06.15

  • Dies ist der Ausgangspunkt der Studie, die von Dr. Marta Devesa, Gynäkologin bei Frauengesundheit Dexeus, während ihres Vortrages beim Jahreskongress der ESHRE präsentiert wurde.
  • Nur 1,3% der In-vitro-Fertilisationen mit eigenen Eizellen sind bei Frauen über 44 Jahren erfolgreich.
  • Die Alternative, um bei Frauen in dieser Altersgruppe eine erfolgreiche Fertilisation durchzuführen, ist die IVF mit einer Eizellenspende.

Eine von Dr. Marta Devesa, Gynäkologin bei Frauengesundheit Dexeus, durchgeführte und auf dem Jahreskongress der European Society of Human Reproduktion and Embryology (ESHRE) präsentierte Studie zeigt, dass die bei Frauen über 44 Jahren mit eigenen Eizellen durchgeführten Zyklen der In-vitro-Fertilisation (IVF) eine Erfolgsrate von nur 1,3% aufweisen.

Bis zu welchem Alter kann eine Frau ihre eigenen Eizellen verwenden? - Dr. Marta Devesa

Der Studie zufolge liegt die Erfolgsrate bei Frauen zwischen 38 und 39 Jahren für Lebendgeburten nach IVF mit eigenen Eizellen bei 23,6% und sinkt rapide mit steigendem Alter der Patientin: bei Frauen zwischen 40 und 41 sind es noch 15,6% und zwischen 42 und 43 verbleiben 6,6%.

Zur Erfassung dieser Daten hat Dr. Devesa 5.841 IVF-Behandlungszyklen bei 4.195 Frauen analysiert und dabei hauptsächlich zwei Variablen berücksichtigt: das Alter der Patientinnen und die Zahl der jeweils extrahierten Eizellen. Es handelt sich dabei um die größte Stichprobe, die jemals analysiert wurde, um die Rate der Lebendgeburten bei Frauen über 38 Jahren zu beobachten. Ziel der Analyse war es, zuverlässe Prognosen über die Erfolgswahrscheinlichkeit dieser Behandlung bei Patientinnen in fortgeschrittenem Alter anzustellen.

"Die Schlussfolgerungen aus der Studie geben Gewissheit darüber, dass bekanntermaßen mit steigendem Alter der Frauen deren Fertilität abnimmt, jetzt haben wir darüber hinaus jedoch eine klare, nach Alter segmentierte Vorstellung davon, in welchem Maße die Fertilität abnimmt“, erklärt Dr. Devesa. Außerdem, fügt die Ärztin hinzu: „konnten wir beobachten, dass diese Abnahme der Fertilität weniger evident ist bei Patientinnen in fortgeschrittenem Alter, die auf Eizellen von Spenderinnen zurückgreifen: in diesen Fällen bleibt die Fertilität unabhängig vom Alter auf einem ähnlichen Niveau."

Das Alter wirkt sich auf die Qualität der Eizellen, jedoch nicht auf den Verlauf der Schwangerschaft aus.

Die Schlussfolgerung, die sich daraus ziehen lässt, ist, dass sich das Alter der Patientin entscheidend auf die Qualität der Eizellen, jedoch nicht in gleichem Maße auf den Verlauf der Schwangerschaft auswirkt. Deshalb empfehlen die Experten, dass Patientinnen über 44 Jahre auf die Eizellenspende zurückgreifen sollten, da die Erfolgschancen mit eigenen Eizellen gering sind.
Gemäß Dr. Devesa liegt diese Abnahme der Fertilität mit steigendem Alter der Frau höchstwahrscheinlich biologisch darin begründet, dass es häufiger zu Chromosomenanomalien kommt, die bei Embryonen von Frauen über 42 Jahren bis zu 85% betragen.

Die Studie zeigt außerdem, dass die Quote der akkumulierten Lebendgeburten in den Fällen, in denen es überzählige Embryonen zum Einfrieren gab, höher war. Daraus schließt man, dass die Erfolgsquote umso größer ist, je mehr Eizellen die Patientin produziert.

Deshalb empfehlen die Experten bei allen Altersgruppen unter 44 Jahren sowohl den durchschnittlichen Erfolg einer IVF pro Altersgruppe als auch die konkrete Zahl der gewonnenen Eizellen der Patientin zu berücksichtigen, bevor eine Entscheidung getroffen wird, ob die eigenen Eizellen oder eine Eizellenspende verwendet wird.

Gemäß Dr. Devesa "zeigt die wissenschaftliche Evidenz, dass Frauen über 44 Jahre umfassend über ihre reellen Chancen einer Lebendgeburt informiert werden sollten und man ihnen zu einer Eizellenspende raten sollte. Diese Alternative wird im Moment in den USA sehr viel häufiger verwendet als in Europa, obwohl Spanien eines derjenigen Länder in Europa ist, in der die Eizellenspende weiter verbreitet ist." Gemäß spanischem Registrierungssystem wurden im 2012 7.000 Zyklen für eine Eizellenspende in Spanien durchgeführt.

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